Während der grossen Bali-Reise mit meiner Tochter haben mich die tropischen Wälder besonders fasziniert. Beim Munduk-Wasserfall im gebirgigen Landesinnern der Insel konnten wir einen ursprünglichen lokalen Nutzwald besuchen. Da gab es mitten im Urwald Bananenstauden und grosse Papayabäume mit reifen Früchten dran. Als Bodendecker zwischen den wilden Pflanzen wurden Süsskartoffeln verwendet. Auch Ingwer und Kurkuma gediehen in dem tropischen Dickicht. Es wucherte alles scheinbar planlos durcheinander – eigentlich etwa so, wie wir zeitgenössischen europäischen Gartenmenschen das im Sinne der Permakultur handhaben.
Die Bäuerin zeigte uns Nelkenbäume mit frischen Blüten dran sowie einen Waschnussbaum, auch Seifenbaum genannt (Sapindus mukorossi). Sie präsentierte uns die merkwürdigen Nüsse, und als ich sie aus sprachlichen Gründen nicht verstand, holte sie ein Wasserbecken und demonstrierte kurzerhand, wie die Nüsse aufschäumen, wenn man sie im Wasser reibt. Später las ich nach, dass sie Saponine enthalten und vielerorts in Indien, Nepal und Indonesien als Seife und Waschmittel verwendet werden.
Ausserdem sahen wir in dem tropischen Permakulturgarten Muskatnussbäume sowie Kaffeebäume, deren reife Beeren von den Luwak-Katzen gefressen werden. In einem Korb sammelte die Bäuerin die Kotstränge mit den Kaffeebohnen drin. Was es nicht alles gibt auf der Welt! Später probierten meine Tochter und ich in einer grösseren Kaffeefarm von diesem doch etwas merkwürdigen Luwak-Kaffe. Er schmeckte… nun ja, nach Kaffee! Vielleicht ein bisschen milder als der normale „Bali Kopi“. Jedenfalls trinkbar. Und das Herstellungsverfahren ist also wirklich originell – auf so eine Idee muss man erst einmal kommen! Wobei die Sache verständlich wird, wenn man die halbwilden Kaffeebäume in den ursprünglichen Nutzwäldern sieht. Sie wachsen recht hoch und die Stämme sind verhältnismässig dünn. Da hinaufzuklettern für die Ernte wäre alles andere als einfach! Insofern ist das praktisch, dass die Luwak-Katzen nachts die Arbeit erledigen und die bereits vom Fruchtfleisch befreiten Bohnen dann in hübschen Kothäufchen auf dem Boden ablegen.
